VERKAUFEN UM JEDEN PREIS

Zunehmend richten sich Leute gegen Calvin und seine „Lemminge“ wie wir liebevoll bezeichnet werden.

Ich war auf seinem ersten Business Bootcamp dabei. Ich verfolge ihn seit meinen ersten Stunden der Selbstständigkeit. Seine Fähigkeit ist es, Inhalte sehr einfach und auf eine unterhaltende Art zu vermitteln. Damals Photoshop, heute Businessthemen. Das hab ich immer sehr an ihn geschätzt. Für mich war das Bootcamp einfach eine erfrischende Motivation, man kommt dabei wieder ins Handeln, trifft Gleichgesinnte, investiert in sich selbst und hinterfragt wo man hinmöchte.
Man bekommt seine Techniken präsentiert, die man auch vor Ort noch umsetzen soll.

Zum Beispiel wenn ein Fan/Kunde anfragt und meint die Preise sind zu teuer, dann sollte man dranbleiben und verhandeln. Am besten per Telefon. Gesagt getan. Ich konnte eine Kundin in einem 10 Minuten Gespräch mit den Techniken überzeugen. Anruf von Mallorca nach Österreich. 10 Minuten (und gute € 8,- Telefongebühr) später ruft sie wieder an, möchte wieder von vorne verhandeln und sagt dann doch ab.

Mir ist da bewusst geworden – ja so würde es schon gehen, aber,

1. telefoniere ich nicht gerne

2. verhandle ich nicht gerne

3. sollen Kunden aus voller freier Entscheidung zu mir kommen.

Ich für meinen Teil hab herausgefunden, dass das nix für mich ist. So bin ich nun mal nicht. So ein penetranter Verkäufer bis der Kunde ja sagt. Diese Technik ist nix für mich. (das war vor über einem Jahr, vielleicht haben sich die Inhalte im Kurs ja auch geändert)

Was ich damit sagen will: Nehmt euch aus Kursen und bei Vorbildern heraus, was euch gefällt, was zu euch passt. Es gibt auch andere Wege die richtig sind. Wie bei einem Buffet, da nimmt man auch nur was einem schmeckt. (außer beim Street Food Markt in Thailand, da wusste ich nicht genau was ich esse…)

Ich hab das ganze letzte Jahr gebraucht um mich wieder zu finden. Ich war schon sehr beeindruckt von den Methoden, dann kam auch noch Dirk Kreuter in Calvins Leben mit seinen Verkaufstipps. Ich schätze und bewundere Beide nach wie vor sehr, was sie erreicht haben! (aber denkt ans Buffet).

Vor allem hab ich noch mehr daran geglaubt wachsen zu müssen um wer zu sein, um erfolgreich zu sein. Ein Team zu haben. (Ich hab mich davon getrennt, mehr dazu ein anderes mal.) Höher, schneller, mehr.

Und du MUSST Ziele haben! Ach ich kanns gar nicht mehr hören. Ich war im Winter so hoch, dass ich fast zu tief fiel. Erschöpft. Viele Arztuntersuchungen.

Irgendwie hab ich mich selbst nicht mehr gespürt. Und wisst ihr was? Dabei hatte ich längst mein einziges Ziel erreicht: gut von einem kreativen Job leben können. Freizeit haben. Katzen den ganzen Tag streicheln. Ohne Wecker aufstehen. Mir keine Sorgen um Aufträge zu machen. Mit der ganzen Familie zu Mittag essen. Die Liebe an meiner Seite. Ein Dach übern Kopf. Mein persönliches pures Glück. Ja so einfach.

Ich will gar nicht mehr MEHR. Zumindest nicht mehr um jeden Preis. Alles was ich jetzt noch dazu lerne, an Herausforderungen bekomme ist nur eine Draufgabe. Es ist in Ordnung sich selbst die Erlaubnis zu geben, das es OK ist, zufrieden zu sein, da wo man ist. Es ist OK nicht weiter zu wachsen. (immer noch nicht die 1,60cm erreicht) Es ist ok keine Kopie zu sein. Kein Team zu haben.

PS: ja ich weiß der Titel ist reißerisch und wird die Aufmerksamkeit auf sich ziehen! Und nein ich sehe mich nicht als Opfer 🙂 Ich war sehr gerne am Bootcamp. Aber ich wusste, dass manche es gerne so lesen würden. Bin gespannt was ihr dazu sagt.

Texte ist von Sandra Gehmair.


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